Wie stellt sich relatives Sein dar
EIN VERSUCH ZU VERSTEHEN
( mein derzeitiges Credo)
2. WIE STELLT SICH RELATIVES SEIN DAR
Das RELATIVE SEIN unterliegt permanenter Veränderung ;
es drückt sich in Gestalten aus.
GESTALTEN sind durch INFORMATIONEN definierte,
„in Form gebrachte“ ENERGIEN.
Vollkommene, göttliche Liebe (Gott) offenbart sich ihren Gestalten selbstverständlich in optimaler Art und Weise.
Liebe offenbart sich dem Menschen in der ihm verständlichsten Art, als Mensch.
Die Menschwerdung der Liebe als „Sohn Gottes“ in JESUS CHRISTUS ist demnach konsequenteste Kommunikation Gottes mit den Menschen.
GESTALTEN sind z.B. Einheiten extremer Einfachheit,
Einheiten grösserer Komplexheit,
Organismen aus gleichartigen Einheiten,
Organismen aus verschiedenen
Organismen……….
sind subatomare Teilchen, Einzeller, Kristalle,
Planzen, Tiere,
Menschen, Sonnensysteme, Gallaxyen,
Universen,
Engel, …
sie sind unterschiedlicher Qualität und Intensität;
sie scheinen sich in ihrer Unterschiedlichkeit (fliessend) hierarchisch nach Komplexheitsgrad, und nach dem Zustand ihrer Annäherung an die Vollkommenheit, zu ordnen;
im Materiellen ergeben sich komplexere Gestalten letztlich aus Vernetzungen einfachster Gestalten (z.B. Atome vernetzen sich zu Molekülen, diese zu Zellen, diese zu Organen, diese zum Menschen, dieser zur Menschheit ..) : dies offenbart, dass das Wesentliche letztlich einfach ist.
Massen finden ihre “Beziehung” u.a. in der Gravitation.
Biologisches LEBEN entsteht aus Beziehung von Bio-Gestalten zueinander.
Das Leben ist Tanz , sanfter, wilder, sinnlicher, heiliger Tanz.
Im TOD vollzieht sich für den Menschen der Übergang vom “relativen hinein” ins “absolute Sein”. Der Tod gleicht einer Zustandsänderung, bildlich vergleichbar mit dem Übergang von Wasser zu Dampf, von niedrigerer zu höherer Bewusstheit.
Ich kam aus dem Absoluten, dem Göttlichen, bin während meines Lebens eine aufs Göttliche bezogene, aus dem Göttlichen existierende Gestalt, und kehre mit dem Tod zu meinem Ursprung, formlos und wohl auch nicht „individuell“, zurück und werde zu reinem Bewusstsein (so gesehen „werden wir uns alle wiedersehen“).
BEZIEHUNG ist der Weg des relativen Seins.
Jede Beziehung, die Liebe ausdrückt, ist deshalb wertvoll und hat Recht auf Bestand.
Liebe setzt Demut voraus.
Diese menschliche Liebe
will nicht besitzen,
sie erwartet sich nichts,
was sie empfängt, erfährt sie als Geschenk,
sie beansprucht kein Recht darauf,
und leitet kein Anrecht daraus ab.
Sie erkennt sich als Geschenk und schenkt sich hin,
sie rechnet nicht auf oder ab.
Sie vergleicht nicht, sie verurteilt nicht.
Sie anerkennt und sie würdigt das Du in seinem Anderssein
und bevormundet, und übervorteilt es nicht;
sie unterstützt es in seiner andersartigen Selbstentfaltung.
Sie bezieht ihre eigene Würde aus der göttlichen Liebe
und nicht von aussen, von Dritten; von daher erlebe ich
Geborgenheit und macht sie mich frei von Angst.
Sie ist damit fähig dem geliebten Du alle Freiheit zu lassen.
Sie bedarf keiner Eifersucht, sie bedarf des Stolzes nicht.
Sie bedarf keiner Feindbilder, um Identität zu schaffen.
Diese menschliche Liebe streckt Vertrauen vor.
Sie baut Brücken der Begegnung
und riskiert dabei das „auf die Schnauze fallen“.
Sie geht mit ihren Grenzen, ihrer Beschränktheit und mit
ihren Talenten klug um.
Sie anerkennt ihre eigene und der Anderen
Beschränktheiten, und schenkt damit Mut und Lust zu
Leben u. Entwicklung.
Sie gibt sich mit der Beschränktheit ihrer Talente zufrieden,
sie erfährt Talente als Geschenke und entwickelt sie
optimal.
Daraus entstehen echte Freiheiten.
Diese menschliche Liebe erkennt, dass sie aus Gott
kommt u. nur von Gott sein kann.
Sie beansprucht aber nicht Gott zu werden oder zu sein.
Sie unterliegt nicht der Versuchung, den Wassertropfen
mit dem Meer gleichzusetzen.
Den Satz ” der Weg ist das Ziel” versteht sie als das im Weg
sich vervollkommende Ziel.
Diese menschliche Liebe gibt, ohne Gegenforderung zu
stellen.
Sie teilt ihre Kraft, ihre Freude, ihre Lust mit Anderen.
Sie freut sich daran, beschenkt zu werden und verschenkt
sich selbst .
Mitgefühl ist ihr wesentlich.
JEDE GESTALT hat im Augenblick BESTIMMTE MINDESTBEDÜRFNISSE.
MINDESTBEDÜRFNISSE sind für den Menschen z.B. :
Nahrung, Kleidung, Daheim, Sicherheit, Selbstverwirklichung,
Beziehungen ….
Sind diese Mindestbedürfnisse nicht ausreichend abgedeckt, so
entsteht, bei mangelhafter Kompensationsfähigkeit :
Angst – Not – Aggression oder Resignation – Zerstörung nach aussen -
Selbstzerstörung.
Als Gestalt MENSCHHEIT befinden wir uns auf dem Weg vom Einzeller zum vollkommenen Menschen, der als Einzelner und in seiner Gemeinschaft die „Mensch-Werdung“ (die „Kind-Gottes-Werdung“, die „Buddha-Werdung“) durchläuft und bisher zwar im Körperlichen einen wohl weitgehend endgültigen Zustand erreicht hat, ein Zustand, der aber im Geistigen, Seelischen, im Erkennen des Transzendenten und der systemischen Komplexheit seines Seins noch recht unterentwickelt erscheint.
Diesem nicht ausgewogenen, noch unreifen JETZT-ZUSTAND im GESCHICHTLICHEN MENSCHWERDUNGS-PROZESS mag es zuzuschreiben sein, dass wir das AUS DER LIEBE SEIN zwar erahnen, uns der Zugang dazu aber noch so schwer fällt und uns diese Diskrepanz frustriert. Diese Frustration mag zur Folge haben,
- dass die meisten von uns mit viel unerfüllter Sehnsucht durch ihr Leben ziehen,
- dass Angst uns begleitet,
- dass Wut uns zur Zerstörung treibt,
- dass Krankheit zu unserem Alltag gehört,
- dass wir den Tod nicht als das erkennen, was er ist: das Tor zum Ursprung.
JEDE GESTALT IST mit den anderen Gestalten ihrer Art „im Besonderen“ und mit dem Rest des Seins „im Allgemeinen“ VERNETZT.
Jede Gestalt ist gleichzeitig in ihrer Einmaligkeit ein “Individuum” und ein Teil des Ganzen; der Zustand dieser Gleichzeitigkeit macht ihre Identität aus.
Würden wir das Menschsein so verstehen, dann wäre uns Solidarität eine Selbstverständlichkeit.
JEDE GESTALT IST für die ihr innewohnenden und die ihr bewussten Talente VERANTWORTLICH. Sie ist verantwortlich für sich selbst und, im Rahmen ihres Bewusstseins, für das relative Ganze. Ihr Sein und Wirken nimmt Einfluss auf ihr gesamtes Umfeld , auf Jetztzeit, Vergangenheit und Zukunft.
Es geschieht, dass Unschuldige grosses Leid trifft.
Gerechtigkeit für das Individuum erscheint nur schwer einklagbar, zu ihrer Erfüllung ist das Netzwerk, die Gemeinschaft der entsprechenden Gestalten-Art aufgefordert. So gesehen ist Solidarität mit den Notleidenden und dem eigenen Umfeld eine wesentliche Pflicht einer Gestalten-Art (z.B. der Menschheit) und Voraussetzung fürt deren Weiterentwicklung.
Der einzelne Mensch und die Menschheit als ganze haben die Chance, sich zu höherem Bewusstsein, d.h. zu vollkommenerer Liebe hin zu entwickeln; in diesem Sinne verwirklicht sich zunehmend Gerechtigkeit.
Göttliche Wahrheit versteckt sich vor ihren Gestalten, ihren Geschöpfen nicht. Sie hat es nicht nötig, ein „Geheimnis“ aus sich zu machen; sie offenbart sich zumindest in ihrer Tendenz .
Wir, als „beschränkte“ Gestalten, können ihre Richtung erkennen, nicht aber ihre Fülle erfassen. Diese Richtung zu erkennen reicht aus, um unsere Entwicklung, unsere Entfaltung zu ermöglichen. Wer „in der Liebe ist“, der ist IN IHM, in Gott, hier, jetzt schon; und diese Liebe bedarf keines Anspruchs auf „Vollkommenheit“.
GESTALTEN sind durch Information strukturierte Energien. Sie sind Du-bezogen, auf Gemeinschaft (comunio), auf Vernetzung hin angelegt. Gestalten drücken sich im Bezug zum Du aus, dieser Bezug vollzieht sich als KOMMUNIKATION.