Zusammenhänge von denen ich glaube, dass sie mein (Dein) Weltbild und damit das Erleben meiner (Deiner) Wirklichkeit wesentlich bedingen
EIN VERSUCH ZU VERSTEHEN
( mein derzeitiges Credo)
3. ZUSAMMENHÄNGE VON DENEN ICH GLAUBE, DASS SIE MEIN (DEIN) WELTBILD UND DAMIT DAS ERLEBEN MEINER (DEINER) WIRKLICHKEIT WESENTLICH BEDINGEN
REALITÄT UND UTOPIE
Zu leichtfertig sehen wir von den Axiomen, ab, die unseren Entscheidungen zugrunde liegen. Diese Axiome aber haben immer Hintergründe , die vorher von Verwandten, von Erziehern, von Philosophen , Theologen , Dogmatikern , Träumern oder Utopisten , Wissenschaftlern oder Künstlern, oder auch von uns selbst definiert worden waren, ausgenommen jene Axiome, die unsere Natur und unser Umfeld uns vorgeben.
Axiome nach denen wir uns richten können, sind veränderbar !
Die Wirklichkeit , die Wahrheit ist vielschichtig und fürs relative Sein nicht zuletzt von Umständen und von Gesichtspunkten abhängig.
DAS DENKEN IN GEGENSÄTZEN, das BIPOLARE DENKEN,
das ENTWEDER/ODER – DENKEN
prägen bislang vorrangig die Entscheidungsgrundlagen der meisten Zivilisationen:
- Schatten wird als Gegenteil des Lichtes hingestellt.
- Häufig wird davon ausgegangen, dass gute und böse “ Energien”
sich in Schach halten und wenn man ausreichend kämpft,
das Gute “ siegt”.
- Als negativ und damit schlecht wird bewertet, was der
betrachtenden Gestalt, z.B. dem Menschen, nicht bekömmlich ist.
- Gegensätze, bipolares Wirken werden landläufig als Quelle des
Lebens verstanden.
- Krieg und skrupellose Konkurrenz werden mit fahrlässiger
Selbstverständlichkeit als Väter des Fortschritts und des Erfolgs
anerkannt. Daraus wird abgeleitet, dass Kontrolle besser scheint
als Vertrauen, dass Leid durch Kampf den Wert steigert.
- Freude, Sexualität, Körperlichkeit und Lust werden dagegen als
„mit Vorsicht zu geniessen” hingestellt.
- Identität wird in dieser Denkweise meist durch Abgrenzung vom
Anderen, oder gar durch Feindbilder definiert.
- Dauerhafter Friede wird als unmöglich, fortwährender Kampf als
unumgänglich pragmatisiert.
- Das Kapital (nicht zu verwechseln mit der Wirtschaft ! ), wird zur Zeit
zum „Gott“ der alles kann, dem alles zu opfern ist, hochstilisiert. Die
skrupellose Arroganz seiner Forderung nach stetem Zuwachs an
Gewinn und zunehmender Konzentration an Macht, wird meist als
unumgänglich, wenn auch mit Bedauern, anerkannt (obschon ihm
nur eine angemessene Verzinsung und Risikoabdeckung zustünde, übervorteilt es mit Spekulation und mit seiner derzeitigen Macht alles Lebende).
- Fundamentalismen, welcher Couleur auch immer, drängen sich
gewalttätig oder hinterlistig auf.
- Der permanente, der harte „Kampf“, das „immer schneller“, das
„immer mehr“ führen zwangsläufig zu Ressignation oder
Explosion und enden, zum Schaden Aller, in Selbstzerstörung.
Entweder-Oder-Entscheidungen können bei existenzbedrohenden
Zuständen allerdings auch unerlässlich sein.
DAS DENKEN IN UNTERSCHIEDEN,
DAS „SOWOHL ALS AUCH – DENKEN“
scheint dem Menschen und seiner Umwelt förderlicher zu sein:
- Schatten wird als “ weniger Licht “ verstanden.
- Energie kann nur im Limes-Unendlich zu Null tendieren, nie null oder negativ sein. Sie kann zwar für eine bestimmte Gestalt unter deren Mindestbedarf liegen und somit von ihr als negativ bzw. schlecht erfahren werden.
- Die gesamte Informatik baut nicht auf Ja-Nein-Entscheidungen,
sondern auf Null-Plus-Entscheidungen auf.
- Energieunterschiede und nicht Energiegegensätze bewirken Veränderungen.
- Langfristig friedvolle, bekömmliche Entwicklung entsteht aus
Vernetzung, aus Kooperation, aus daraus erwachsenden
Synergien.
Dafür ist Vertrauensvorschuss erforderlich.
- Freude, Sexualität, Körperlichkeit und Lust, sind wesentliche
Lebensqualitäten. Ihre Unterdrückung ist der Gattung Mensch
nicht bekömmlich. Ihre Entfaltung aber fördert die Friedfertigkeit.
Ein Grossteil der derzeit gelebten zerstörerischen Aggression mag
in unterdrückter oder verzerrter Sexualität ihren Ursprung haben.
- Identität leitet sich nicht aus Feindbildern sondern aus der eigenen, unantastbaren Würde ab, sie wächst in der Kommunikation mit Anderen und ist von Gott.
Verwechslungen und sprachliche Ungenauigkeiten, von denen ich glaube, das sie zu Miss-oder Unverständnissen führen :
- “Fülle” wird, in irriger Übersetzung fernöstlicher Weisheiten oft mit
“Leere” bezeichnet; Sprache muss den kulturellen Bezugsraum
beachten.
- Demut wird im religiösen Raum oft mit Gehorsam “verwechselt”;
Gehorsam mag ein Weg zur Demut sein, ist aber nicht der einzige
oder vorrangige Weg dazu.
- Freude und Dankbarkeit wird heute oft mit “Stolz” gleichgesetzt; um
Freude und Dankbarkeit auszudrücken, wird oft gesagt: “ich bin
stolz…”; dabei wird “Stolz” nicht nur im katholischen Katechismus
als eine “Hauptsünde” erkannt.
- “Gott-Vater ” gibt es eigentlich nur in der Dreifaltigkeit; in kirchlichen Texten wird “Gott-Vater” aber oft für den “Einen”, den “Absoluten” verwendet ; Gott ist EINER, die göttlichen Personen sind DREI, der “Vater” ist eine der drei “Göttlichen Personen”.
- Maria die Mutter Jesu Christi, sie ist nicht, wie missverständlich in
vielen Texten ausgesprochen und für Nichtchristen überhaupt nicht
verständlich, die “Gottesmutter”; sie ist vielmehr die Mutter des
Menschen Jesu, der uns als “göttliche Person der Kommunikation”
die menschgewordene Göttliche Liebe nahe bringt und zu Christus
wird.
- ………….
- So wäre es an der Zeit, liturgische Aussagen, Gebets- und
Gesangbücher der Kirchen auf die Klarheit und Zeitentsprechung
der Sprache hin zu überarbeiten; dies um einen verständlicheren
Zugang zur “Botschaft” zu ermöglichen und Ärgernis zu vermeiden.
Mein Identitätsverständnis :
Ich erlebe mich gleichermassen als Individuum, und als Zelle der Gemeinschaft.
Als Individuum bin ich mir meiner körperlichen, emotionalen und geistigen Beschränktheit bewusst und erlebe mich darin als freier Mensch. Das Erkennen meiner Begrenztheit befreit mich vom Druck, alles „vollkommen“ machen zu müssen; Fehler machen zu können, gehört zu meinem Lern- u. Menschwerdungs-Prozess. Meine Beschränktheit erleichtert mir auch das Loslassen, das Anderen Platz lassen.
Als Zelle bin ich Teil von Gemeinschaft. Solidarität ist mir deshalb selbstverständlich, weil wesensimminent; sie ist mir kein moralisches „Du sollst“, kein Zwang, kein Almosen; mir ist klar, dass mein Sein ohne Gemeinschaft nicht möglich wäre.
Beide Zustände sind andauernd vorhanden, aber den Umständen entsprechend jeweils in unterschiedlicher Priorität und Gewichtung.